Archiv für Februar, 2012
Bei Ankunft Schnee……
Letzte Woche waren wir,- also Ula, Moritz und ich,- sowie die Familien Peter Gigler und Michl Schwarzenbacher,- an der Cote d´Azur zwecks Energieferien. Wir überlegten schon längere Zeit,- einmal mit Familie zusammen einen Urlaub zu verbringen. Also gesagt,- getan, Peter organisierte ein Ferienhaus in “La Seyne sur Mer”, nahe Toulon an der südfranzösischen Cote d´Azur. Bei Abfahrt am Samstag, 11. Februar starteten wir bei molligen minus 11 Grad zeitig in der Früh und erreichten unser Ziel am späteren Nachmittag bei angenehmen Plusgraden,- so um die 6 - 8 Grad. Am Boden lag noch etwas weisses, kaltes - und bei näherem Hinsehen und anfassen stellten wir mit Schrecken fest,- es war Schnee. Schnee an der Cote d´Azur? Auch die Einheimischen staunten über dieses weisse Etwas schon seit mehren Tagen,- so etwas hatten sie schon lange nicht mehr erlebt. Nur die Älteren unter ihnen kannten dies noch aus grauer Vorzeit.
Wir packten unsere Sachen aus,- drehten die E-Heizung im Ferienhaus auf höchste Stufe (den Preis dafür erhielten wir dann bei der Abreise in Form einer saftigen Stromrechnung,- auch der französische Atomstrom ist nicht gerade ein Schnäppchen).
Danach wanderten wir durch unserem Zielort,- der Stadt ”La Seyne sur Mer” an den Strand,- um das zu sehen, - wegen dem wir ja eigentlich hier waren,– das Mittelmeer.

hier der Blick auf unsere Terrasse,- Teakholztisch mit Schnee(tisch)decke…

hier unsere Unterkunft .. Nachdem der erste Tag vorbei war,- erwachten wir und trauten unseren Augen nicht,- es schneite heftig und dies den ganzen Vormittag. Super dachten wir,- genau wegen dem Schnee sind wir ja hier,- Schiurlaub an der Cote d´Azur..

aber schon am Nachmittag wurde es etwas wärmer und am Tag danach fegte ein heftiger Sturm die ganze Kaltfront hinfort und fortan schien die Sonne so zu uns hernieder,- wie wir es ja von ihr erwartet hatten. Strahlender Himmel,- blaues Meer und sogar Palmen,- was will man mehr?

die Palme wies uns den Weg nach St. Tropez,- wo wir mit Brigitte Bardot und Gunther Sachs einen Kaffee trinken wollten.

wir kamen erst bei Einbruch der Dunkelheit in St. Tropez an und sahen am Hafen Jachten sonder Zahl vor Anker liegen. Eine so hohe Dichte an sündteuren Jachten wie hier und in Toulon haben ich noch nie gesehen. Ja gibt´s denn hier nur Reiche???


ein mondänes Örtchen,- dieses St. Tropez…


nach ausgedehnter Wanderung durch diesen ehemals “promidichten” Ortes setzten wir uns in eine Art Künstler Cafe auf ein Glas Rosé,- aber auch Cafe.

auch dieser dicke fette Olivenbaum stand mitten in St. Tropez. Er hat schon viel gesehen in seinem Leben uns so manchen Liter guten Öles produziert…

hier ein Blick von unserer Unterkunft in Richtung Toulon,- einer größeren Stadt mit Kriegshafen.Von hier aus wurden früher in diversen Seeschlachten viele Schiffchen versenkt…

So sieht unser Ferienhäuschen bei Sonnenlicht aus. (Hatte auch einen Swiming Pool,- aber dieser hatte noch eine dünne Eisschicht,- und wir sind ja keine Haubentaucher,- um da unbedarft hinein zu springen….

mit einer Fähre fuhren wir tagsüber öfters rüber nach Toulon um zu flanieren….. das Essen am dortigen Hauptplatz ist übrigens gut und gar nicht so teuer,- wie man vermuten würde..


hier im Hintergrund das Gebiet der französischen Marine mit vielen Gebäuden und Schiffen….

und rechts davon dann jede menge Segeljachten und Boote auf engstem Raum..

eine nette Statuette… mitten am Hauptplatz von Toulon.

auch die Menschen in Toulon und Umgebung sind sehr freundlich,- ich mag sie ja sehr, weil sie nicht aufdringlich sind und etwas reserviert,- aber wie gesagt,- sehr höflich und nett.

Diejenigen unter den Südfranzosen, welche sich keine sündhaft teure Jacht leisten können , fahren halt mit “solchenen Protzautos” durch die Gegend….

die Kleinen amüsierten sich mit den “bronzenen kartenspielenden Kerlen”,- eine nette Idee der Stadt Toulon, sicher von einem tollen Künstler gerfertigt.

Toulon hat fast täglich einen großen Markt. Vormittags hauptsächlich Fisch, Gemüse, Obst, Käse, etwas Klamotten und etwas Klamauk,- danach lassen die Markleute alles Leergut wie Holzkisten, Plastikkisten, Restmüll einfach zurück und die Putzkolonnen der Stadt Toulon fahren durch die Strasse und laden alles zusammen in einen großen Müllwagen, der verschluckt allen Müll gänzlich unsortiert in seinem riesigen LKW Magen. Wo er diese “Ladung” entsorgt,- will ich lieber gar nicht wissen.
Kurz darauf kommt die Spritzpartie und spritzt den Marktplatz mit großen Dampfstrahlern wieder sauber. Dann kommt der Nachmittagsmarkt mit Oliven, Gemüse, Käse, und mehr Klamotten, Taschen, und anderem Zeugs aus aller Herren Länder,- Marokko ist ja nicht weit….

der Herr hier trinkt dabei unbeirrt seinen täglichen Pastis…

noch einen Blick auf das abendliche Meer in Toulon,- dann ging´s mit der Fähre wieder rüber über das Mittelmeer nach Seyne…
Am nächsten Tag fuhren wir nach Puylobier zu einem Weingut namens Richeaume. Aber vorher besuchten wir noch ein kleines, tolles Restaurant in der kleinen Weinstadt. An den Wänden hingen Bilder von Künstlern, einige Bilder erinnerten mich an die Bilder von Birgit Bachmann,- das war eine nette Überaschung.

Es gab keine Speisenkarte,- die Wirtin erzählte uns was es gibt,- und wir wählten dann unser Essen…

Das kleine Restaurant hatte zwei Sterne vom Michelin, das schlug sich dann auch in den Preisen nieder, aber es war vorzüglichst gekocht und schmeckte wirklich hervorragend. Natürlich tranken wir wieder einen guten Rosé dazu,- die Gegend der Provence ist ja für seine guten Rosés bekannt.

auch unseren kleinsten, Franka und Dana schmeckte es ausgezeichnet…

auf dem keinen (Haupt)Platz von Puyloibier wuchsen schöne Platanen,- das sind ganz schöne (Allee)Bäume..

die Rinde dieser Bäume sieht aus wie die Muster eines Tarnanzuges. (Wahrscheinlich fahren deshalb ab und zu Autos oder Mopeds auf sie auf)…

danach fuhren wir dann zum Weingut Richeaume und der dortige Haus und Hofhund begrüßte uns mit einem wilden Gebell aber er war ein ganz lieber und wollte später fast mit uns mitfahren…..


das Weingut Richeaume wird biologisch bewirtschaftet. Der Vater des Winzers war ein Deutscher, der sich in eine junge hübsche Französin verliebte, die zufällig ein wunderschönes Weingut in einer wunderschönen Umgebung hatte, und da konnte er nicht widerstehen und tauschte Deutschland sofort gegen Frankreich ein. Ein guter Tausch, würde ich meinen (meine natürlich wegen dem Klima)…

der “Jungwinzer”,- also der Sohn des vorher geschilderten Mannes aus Deutschland zeigte uns seinen tollen Weinkeller mit den zahlreichen Barrique Fässern, - teils aus amerikanischer und teils aus französischer Eiche. Wegen dem Geschmack,- wie er uns erklärte.


auch hier sieht man an den Bildern an den Wänden,- Kunst und (Wein)Kultur gehören zusammen..

wir kosteten köstliche Tropfen (naja,- ehrlich gesagt nicht nur Tropfen,- sondern schon kräftige Schlucke) von seinen wirklich traumhaft guten Weinen. Der Peter war natürlich voll in seinem Element,- der schwierigen Aufgabe des Weinverkostens..

schaut Euch nun mit Staunen und Genuss diese Bilder von der herrlichen Landschaft an,- in welcher sich dieses Weingut befindet…



wer da nicht kurz den Wunsch verspürt,- nach hier hin aus zu wandern……

und glaubt´ mir,- die Weine dieses BioWinzers schmecken so köstlich wie diese Landschaft herrlich ist. (Demnächst erhältlich in der Vinothek von Peter Gigler in Gmünd (Eingang Maltator)

hier unterhalte ich mich mit einem Veteranen der ehemaligen Kriegsmarine. Er sitzt immer hier am Hafen von Toulon und schaut den Kriegsschiffen zu, wie sie ein- und auslaufen und schwelgt in Erinnerungen, wie Veteranen es eben so machen. Auf die Frage,- wie viele Schiffchen er denn so versenkt hätte,- damals,,- erhielt ich keine Antwort. Hätte ihn vielleicht auf französisch fragen sollen……

militärisches Kriegsgerät und ziviles Spassgerät liegt hier dicht bei einander,- wie es sich für eine Grand Nation gehört. Alles zu seiner Zeit…..



hier sitze ich auf dem Fährschiff am Heck des Bootes und fühle mich kurz wie ein Seebär. Das letzte mal,- wo ich auf einem Schiff saß,- war bei der Abschlussreise unserer Hotelfachschulklasse nach “Mali Losinj”. Da saßen wir damals blutjungen “Nachwuchgastronomen” auf riesigen Schifffstauen auch auf einem etwas größeren Fährschiff uns sangen uns die Lungen mit Seemannsliedern aus dem rumgetränkten Leib. “My Bonnie is over the Ocean” oder so…….

am letzten Abend waren wir nochmals am Strand von La Seyne und genossen die Blicke auf´s Meer bis zum Sonnenuntergang. Ula hat sich am Markt von Toulon für das Abendessen in unserer Unterkunft mit Oliven, Käse, Roséwein und Baguette eingedeckt…


Peter sieht wehmütig auf´s Meer

und auch Michl schaut schon ein wenig traurig aus,- ist auch fast der Urlaub aus…

was hier wie “Baby Weitwurf” aussieht,- ist nur ein Spiel. Die Kinder hüpften von der Kaimauer in die Arme ihrer Eltern und wurden (ich schwör´s,-) ganz sicher von Ihnen aufgefangen…wie man sieht.


ach ja, in Frankreich dürfen auch Hunde mit dem Auto fahren und auch die Franzosen fahren wie die Hunde,- pfoa,- do hot´s mi gonz schean gschleidat….dreispuriger Verkehr, alles rast an dir vorbei und du weisst irgendwann nicht mehr,- wo du bist.

auch für “Boulderer” und Kletterer ist diese Gegend eine tolle Empfehlung,- Moritz hat´s gleich ausprobiert,-aber natürlich nicht ganz so schön und abenteuerlich wie das Maltatal.

mit der untergehenden Sonne verabschiedeten wir uns aus Südfrankreich,- der “Cote d´Azur” und sind der Meinung,- wir waren nicht das letzte mal hier……
Bis demnächst und LG Luk–
Ps.: Falls mir bei dem vielen Geschreibsel ein paar Rechtschreip Fähler “passiert” sind,- bitte um Entschuldigung,- aber jetzt verbessere ich nichts mehr. Ist schon spät und ich hab´ ein kleines Schlafdefizit.. und falls ich noch ein paar spektakuläre Fotos vom Peter und Michl bekommen, werde ich nicht anstehen,- sie Euch zu zeigen…..
BurgWirtsleutFreizeitbeschäftigung…
was machen eigentlich die BurgWirtsleute Luk & Ula so im Winter, - wenn das altehrwürdige Gemäuer der Alten Burg im Winterschlaf liegt? Nun, - um etwaigen wilden Gerüchten entgegen zu wirken,- hier ein kleiner Auszug aus unseren “Tätigkeiten”. Die Temperatuten sind auch im Maltatal wie überall in Europa so um die Minus 10 Grad und so bleibt die Frau zu Haus´und näht,- und der Mann geht in der Reding mit dem Hund spazieren. (Die “Reding” oder auch Röding ist ein ausgedehntes Gebiet im hinteren Maltatal, wo im Sommer Pferde und Kühe, sowie viele Touristen und Einheimische ihre verdiente Sommerfrische verbringen).

Ula repariert gerade unsere Sitzpolster von der Burg, sie werden gewaschen und neu vernäht. Unsere Katze sieht genau zu..

..und muss dann, weil sie ja noch scharfe Augen hat, den Faden ins Nadelöhr fädeln,- einige Katzen können das..

…danach gönnt sich die BurgChefKöchin einen Schluck guten Weines,- derweil der Burgwirt in der klirrenden Kälte mit dem Hund in der Röding umherirrt….

Dort,- mitten in selbiger,- steht einer meiner Lieblingsbäume,- eine Schwarzerle.

dahinter dann aufgereiht mehrere Erlen…

und dann noch mehr Erlen…

Über eine Natur Steinbrücke quere ich dann die Südseite der Reding und wandere los in die unwirtlichere Nordseite,- wo mich schon schroffes Geröll und steile Bergflanken erwarten.



Weiter oben angelangt, lagen die Überreste einer Gams unter einem Felsvorsprung. Der,- oder die hungrigen Jäger liessen nur noch die Hörner (”Krickeln” oder wie das Gamsgehörn so heisst (die zahlreichen Jäger des Maltatales mögen mir meinen unwaidmännischen Sachverstand verzeihen), übrig.

Ich überlegte kurz,- ob ich sie mitnehmen soll, man könnte sich ja damit den Rücken kratzen oder einen unliebsamen Gast an der Nase fassen oder……aber dann lies ich sie im Felsen liegen, Trophäen sind nicht so ganz meins…

In der kargen Felslandschaft wachsen trotzdem Fichten,- sie krallen sich mit ihren Wurzeln so fest in sämtlichen Steinritzen,- wie es nur eben geht, - um nicht von den Stürmen weggefegt zu werden.

In einer kleinen Höhle haben Höhlenmenschen etwas Bauholz gelagert, damit werden sie sich dann im Sommer einen Hochsitz bauen,- um nach Höhlenbären und Säbelzahntigern Ausschau halten zu können.

Danach ging es wieder auf den Rückweg zum Parkplatz,- der Hund wartete schon ungeduldig hinter dem hübschen, rustikalen Stacheldrahtzaun,- welcher es natürlich wieder beim “drübersteigen” auf meine fast neue Cordhose abgesehen hatte. Mit nagelneuen Löchern in derselben und fast abgefrorener Nase erreichte ich das Auto und fuhr los in Richtung Heimat. Beim unbeschrankten Bahnübergang lies ich noch die sibirische Eisenbahn vorbeidampfen und danach bog ich kurz vor Moskau links ab in Richtung Maltaberg.

Zuhause angekommen saßen Ula und die Katze immer noch vor dem warmen Ofen und stopften die Löcher der durchgesessenen Burgpölster….und wenn ich nicht erfroren bin, dann erzähle ich demnächst wieder eine neue Geschichte,- dann aber eine aus Südfrankreich.. bis demnächst und LG Luk

